Studio Hildebrand

Mag.Art. Christoph Hildebrand

+49 0163 5810594

ch@studio-hildebrand.net

GIGANT

Hildebrand_2011.GIGANT-01_QHD
Hildebrand_2011.GIGANT-02_QHD
Hildebrand_2011.GIGANT-03_QHD
Hildebrand_2011.GIGANT-04_QHD
Hildebrand_2011.GIGANT-05_QHD
Hildebrand_2011.GIGANT-06_QHD
Hildebrand_2011.GIGANT-07_QHD
Hildebrand_2011.GIGANT-08_QHD
Tschumi Pavilion
Groningen
2011

Die Weltbevölkerung hat sich im letzten Jahrhundert zweimal verdoppelt. Ehemalige Drittweltländer partizipieren an den Vorteilen von Fortschritt und Wohlstand. Die Ressourcen werden immer knapper und kostbarer, sei es Land, Nahrung, Wasser, Luft oder Mineralien. Die Menschheit ist zu einem Riesen herangewachsen. Aber nicht nur in Bezug auf die Zahl. Die Menschheit ist ein Titan in Wissenschaft, Kultur oder Wirtschaft, wenn man die positive Seite betrachtet. Aber auf der anderen Seite der Medaille sind wir ein Koloss in Sachen Ausbeutung und Zerstörung.

De Reus setzt sich mit diesen Theme2011n auseinander. Die Skulptur bezieht sich auf das griechische, germanische und buddhistische Erbe mit seinen mächtigen Göttern und Giganten wie Mars, Shiva oder Herkules, die segensreich, aber auch zerstörerisch sein können. Wir alle leben in diesem Konflikt von Entscheidungen und Optionen. In dieser Installation schläft der Riese. Wovon träumt er? Ist es ein Schlaf der Vernunft, der Alpträume mit sich bringt, wie in der berühmten Radierung von Goya? Ist er Herkules, der die Welt vor dem Leid rettet, oder ist er der Riese, der sein Volk frisst, wie in einem anderen Gemälde von Goya? Oder wiegt er sich nur in süßen Erinnerungen an die unschuldige Kindheit?

Weiße Neonröhren in 20 Segmenten bilden im Tschumi-Pavillon eine riesige, 12 m lange, dreidimensionale liegende Figur. Als Gegenstück dazu ist im Bioscoop-Kino auf der anderen Seite des Hereplein eine dreidimensionale Weltkugel mit einem Durchmesser von 2 m, ebenfalls aus weißem Neon, aufgestellt. Beide Elemente sind animiert und mit Ton kombiniert. Sie bilden einen Dialog als fließendes Zusammenspiel in zwei Takten.

Zwei Beats: Im ersten Takt leuchtet der „Gigant“ im Pavillon auf und erhellt seine Umgebung in einem starken weißen Licht. In einer parallelen Bewegung verdunkelt sich der Globus im Kinofoyer. Der Passant hört das Geräusch eines tief atmenden Mannes, der im Ausfallschritt Luft einatmet.

Im zweiten Takt verdunkelt sich der „Gigant“ langsam, während der Globus zu einem hellen Licht aufleuchtet, das von der anderen Seite des Pavillons aus gesehen werden kann. Die Passanten hören jedes Mal einen anderen Klang, der mit einem wichtigen sozialen, politischen, wirtschaftlichen oder emotionalen Thema verbunden ist. Zum Beispiel das Geräusch eines Marktes in Afrika, Roboter in einer Fabrik, Stimmen bei einer Hochzeit, Maschinengewehre, ethnische Musik und so weiter. Bei insgesamt 100 Zyklen dauert die gesamte Schleife des begleitenden Klangs am Ende 30 Minuten.

//

The worlds population doubled two times in the last century. Former third world countries are taking part in the benefits of progress and prosperity. Resources are getting smaller and precious, equally in land, food, water, air or minerals. Humankind grew into a giant. But not only in respect of number. Humankind is a Titan in science, culture or economy if you look at the positive side. But at the other side of the medal we are a Colossus in exploitation and destruction.

De Reus is addressing these issues. The sculpture is related to the Greek, Germanic and Buddhist heritage with its powerful gods and giants, like Mars, Shiva or Hercules, who can be beneficent but also destructive. We all live in this conflict of choices and options. In this installation the giant is sleeping. What is he dreaming about? Is it a sleep of reason, that bears nightmares like in the famous etching of Goya? Is he Hercules who rescued the world from suffer or is he the giant eating his people, like in another painting from Goya? Or is just lulled into sweet memories of innocent childhood?

White neon tubes in 20 segments form a gigantic 12m long three dimensional reclining figure in the Tschumi Pavilion. As a counterpart a three dimensional globe with a diameter of 2m made also from white neon is positioned in the Bioscoop cinema across the Hereplein. Both elements are animated and combined with sound. They form a dialogue as a smooth interplay in two beats.

Two Beats: In the first beat the ‘Gigant’ in the pavilion lights up and illuminates its surrounding in a strong white light. In a parallel movement the globe in the cinema foyer dims down. The passer-by hears the sound of a deeply breathing man inhaling air in the lunge.

In the second beat the ‘Gigant’ dims slowly down while the globe lights up to a bright light that can be seen from across the pavilion. The pedestrians will hear each time a different sound related to an important social, political, economic or emotional subject. For example the sound of a marketplace in Africa, robots in a factory, voices at a wedding, machine guns, ethnic music and so on. With 100 cycles in total the whole loop of the accompanying sound takes in the end 30 minutes.